Statt Butterbrot: Deutsche Akademie für Kulinaristik

Heute Abend machen wir uns kein Butterbrot, heute machen wir uns mal Gedanken. Ist nicht von mir der Spruch, sondern stammt so oder ähnlich von Wolfgang Neuss, aber der Satz fällt mir halt ein, wenn ich mal wieder was von der Deutschen Akademie für Kulinaristik mitbekomme. Hatte schon lange nicht mehr auf deren Website geschaut. Den Initiatoren (Köche, Wissenschaftler, Journalisten) geht es um eine nachhaltige Kooperation zwischen den Sozial- und Kulturwissenschaften, der Gastronomie und der Industrie. Sie wollen Essen und Trinken als Kulturphänomene und Kommunikationsformen in Lehre, Forschung und Weiterbildung verdeutlichen. Dazu werden aus meiner Sicht teilweise kuriose, teilweise aber auch hochinteressante Seminare und Vorträge angeboten. Letztes Semester: Erläutertes Kochen und kommentiertes Essen, geleitet von Jürgen Dollase, Gastronomiekritiker und Alexander Herrmann, Sternekoch (auch bekannt aus Kerners Kochsendung). Ganz spannend dürfte auch die Dekomposition des Alleinunterhalters bei Tisch gewesen sein: Reden, Schweigen, Essen mit Prof. Regina Bendrix am Pult, sie lehrt Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Universität Göttingen. Und ja, dann war da noch Essen mit Kindern. Oh wie gern wäre ich da mal mit meinem sechsjährigen Sohn aufgelaufen. Er hätte gewiss Erhellendes zum Thema Texturen zum Besten gegeben. Ein Aspekt, der bei Essen mit Kindern sträflich vernachlässigt wird, wie ich finde. Ich bin sogar der Meinung, dass Kinder viel textursensibler sind als Erwachsene. Jedenfalls sagt mir das meine Erfahrung als kochender Vater. Wenn die Termine für das nächste Semester stehen, werde ich wohl mein Vorhaben wahrmachen und das ein oder andere Seminar besuchen.