Siebeck’s Anatomy: ZEIT sucht kochende Internisten

Wolfram Siebeck ruft im Auftrag der Zeit wieder einmal Deutschlands Hobbyköche dazu auf, ein dreigängiges Menü für einen Wettbewerb zu zaubern. Allerdings ist die Vorgabe für den ein oder anderen potentiellen Teilnehmer vermutlich abschreckend, denn das Essen soll tierische Innereien enthalten. Die streng ernährungswissenschaftlichen Hintergründe mal ausgeklammert (Schadstoffe vs. Vitamine und Nährstoffe), wirkt bei vielen Menschen die Panikstimmung durch Rinderwahnsinn und Vogelgerippe, pardon Vogelgrippe psychologisch immer noch nach. Bei mir ist es jedenfalls so, beispielsweise hat meine Lust auf Kalbsbries extrem nachgelassen. Aber wenigstens leide ich nicht an kulinarischer Vogelgrippenpsychose und genieße weiterhin Enten- und Gänseleber, gelegentlich vertilge ich auch Kutteln oder noch ganz manchmaler Lammnieren. Jeder Billigwurstesser, der Innereien grundsätzlich ablehnt, wird vermutlich mehr Innereien zu sich nehmen als ich, denn wo landet das Zeug nach der Viehschlachtung meistens? Richtig, in der Wurst und weißgott nicht nur in der Leberwurst. Und Siebeck will nun ein dreigängiges Menü mit Innereien serviert bekommen, um Deutschlands besten Hobbykoch ermitteln zu können, wobei der Schelm im Text irgendwie offenlässt, ob tatsächlich alle drei Gänge (einschließlich Dessert) mit Innereien zubereitet werden sollen oder nur einer. Ich tippe mal ganz verwegen, dass wahrscheinlich ein Gang reicht. Aber was meint ihr zum Thema Innereien? Wird euch schon schlecht, wenn ihr nur an gebratene Leber denkt, oder schmeckt euch sogar Stierhoden?
Als großer Fan von Serien wie Grey’s Anatomy und Dr. House, von denen ich so gut wie keine Folge verpasse, denke ich gerade über eine tierisch-kulinarische Variante dieser Serien nach. Wie wär’s mit Animals Anatomy wo Chefköche die besten Tierorgane selbst rausschnibbeln und direkt im OP zubereiten dürfen. Sieht vielleicht nicht immer lecker aus, aber wer Fleisch essen will, sollte das abkönnen.