Hochprozentige Pointen

Neulich bei einer Verkehrskontrolle. Der Polizist sagt zu einem betrunkenen Autofahrer: “Sie haben ja mächtig getankt.” Darauf der Fahrer: “Ganz im Gegenteil, Herr Wachtmeister, ich fahr’ gerade auf dem letzten Tropfen Sprit nach Hause.”
Betrunkene können nicht nur schlechter Auto fahren als nüchterne Menschen, sie können bei einer Verkehrskontrolle auch die Witze der Polizisten schlechter verstehen. Diese Entdeckung machte das Bochumer Institut für Kognitive Neurowissenschaft. Genauer gesagt fand das Team um Projektleiterin Jennifer Uekermann heraus, dass Alkoholiker, also suchtkranke Menschen, ganz allgemein Witze und ihre Pointen schlechter erfassen können. Über die entsprechende Studie zum Thema berichtet der Kollege Mario Scheuermann in seinem the drink tank blog. Was da genau im Gehirn passiert, erläutert die Projektleiterin unter anderem so: “Damit wir einen Witz überhaupt verstehen können, benötigen wir die Fähigkeit, uns in die Lage der handelnden Akteure hineinzuversetzen – uns also vorstellen zu können, was in Akteur X vorgeht, wenn er mit Akteur Y spricht oder umgekehrt”. Alkoholiker können das offenbar nicht. Ob das wohl nicht nur für alkoholkranke Menschen, sondern auch für den gelegentlich angeschickerten Genussmenschen gilt? Aus meinen Erfahrungen heraus beurteilt würde ich eindeutig sagen: ja.