Der Mond in der Flasche

Heute streifte ich durch das neue Biohaus an der Hattinger Straße 264, da wo bis vor wenigen Wochen ein Supermarkt von Plus, noch davor einer von Coop und ganz früher eine legendäre Bochumer Stadtteilkneipe zu Hause gewesen war, über die mir mein Vater so einiges berichtet hat. Ich schaute also durch die Regale und entdeckte bei den Getränken eine ganze Reihe Mineralwässerchen von der St. Leonhards Quelle aus Stephanskirchen. Auf einem der Eitketten las ich folgendes: “Mondquelle Aqua Luna – Vollmondabfüllung Still“.
Ähm, bitte was? Vollmondabfüllung? Ich bin auch schon mal bei Vollmond abgefüllt gewesen, aber ganz sicher nicht mit Mineralwasser, das noch dazu 1,99 Euro pro Literflasche kostet. Hicks. Na ja, einen der klassischen Tropfen der Quelle St. Leonhard (99 Cent) hab’ ich dann doch mal mitgenommen und probiert und muss zugeben, dass sich das Wasser angenehm trinken lässt. Wenig Natrium, geschmacklich ausgewogen. Die “mystische Kraft des Mondes”, wie auf der Internetseite von St. Leonhards die Wirkung von Aqua Luna gepriesen wird, wollte ich dagegen nicht in mich reinkippen. Okay, wenn die Lampe davon anginge, würde ich es mir vielleicht überlegen. Aber bei null Promille, null Chance. Bei den Winzern, die u.a. ihren Rebschnitt nach dem Mond ausrichten ist das natürlich was anderes.