Rauchverbot in Restaurants: NRW nebulös

RauchverbotDie Debatte über das Rauchverbot in Restaurants zieht sich nun schon über Jahre wie Kaugummi, ohne das etwas Handfestes dabei herauskommt. Nach dem gestrigen Gipfel der Gesundheitsminister von Bund und Ländern wissen wir, dass NRW eine besonders unrühmliche Rolle spielt. Eingeknickt vor den Lobbyisten aus Zigarettenindustrie und Gastronomieverbänden? Offenbar. NRW strebt eine Sonderregelung an, die den Gastronomen die Entscheidung überlassen soll, ob sie ein Rauchverbot durchsetzen wollen oder nicht.
Erst kürzlich hatte ich mit Berthold B. Bühler aus der Essener Résidence ein Gespräch zu dem Thema. Bühler war 1989 einer der ersten Gastronomen, der es in Deutschland mit einem rauchfreien Spitzenrestaurant versuchte. Nachdem er das Rauchverbot zwischenzeitlich aufgehoben hatte, nahm er Ende 2006 einen neuen Anlauf. Von einer Selbstverpflichtung der Gäste hält Bühler nichts und auch die Lösung, als Gastronom selbst entscheiden zu müssen, gefällt ihm nicht: „Wir können und wollen nicht den Schiedsrichter zwischen Rauchern und Nichtrauchern spielen, das ist nicht unsere Aufgabe. Aber wir kommen auch nicht darum herum, weil wir letzten Endes für den Mangel einer klaren gesetzlichen Regelung den Kopf hinhalten müssen.“
Dass ein Rauchverbot von seinen Gegnern als Einschränkung persönlicher Freiheit und als genussfeindlicher Akt dargestellt wird, fordert allerdings meinen Widerspruch heraus. Die Freiheit des Rauchers hört da auf, wo die Freiheit des Nichtrauchers anfängt. Und der Genuss eines guten Essens geht spätestens dann flöten, wenn irgendwo im Raum jemand eine Zigarette, Pfeife oder Zigarre anzündet. Es ist wirklich so simpel.