Kerners Köche: Heinz Winkler war da – der Bann ist jetzt gebrochen

Lange spotteten gourmetmäßig orientierte Kritiker von Kochsendungen wie Kerners Köche über die schlechte Qualität derartiger Publikumsformate, in denen die Protagonisten ihrer Meinung nach unambitionierte Gerichte auf niedrigem Niveau präsentierten. Als Beweis für die Richtigkeit ihrer These führten sie bisher an, dass die großen Köche derartigen Sendungen konsequent fernblieben. Spätestens mit Heinz Winklers Auftritt bei Kerner am vergangenen Freitag aber zieht das Argument nicht mehr. Nach Dieter Müller hat mit ihm ein weiterer Koch aus der ersten Liga diesen Schritt gewagt und zeigt sich dort. Und ich prognostiziere, dass diese Entwicklung weitergeht. Eine gute Entwicklung.
Es ist ja kein Geheimnis, dass ich Sendungen wie Kerners Köche oder Schmeckt nicht, gibt’s nicht mit Tim Mälzer weitaus größere Bedeutung für eine positive Entwicklung des allgemeinen Kochniveaus in Deutschland beimesse als zum Beispiel Dollases Meisterwerke der Kochkunst in ZDF-Aspekte, obwohl auch die selbstverständlich ihren Platz im Programm haben (im ZDF kann per Email darüber übrigens jetzt abgestimmt werden). Aber wer den allgemeinen, katastrophalen Verpflegungstrend durch Fertigkotz und Fast Food beklagt, dem sollte klar sein, dass der nicht mit den Meisterwerken der Kochkunst aufzuhalten ist. Die Fast Food affine Zielgruppe hole ich vielleicht mit Jamie, Tim und Kerners Truppe an der Haustür ab, weil deren Gerichte auch für den gemeinen Haushaltskoch nachzukochen sind oder inspirierend wirken, nicht mit der Insznierung großer kulinarischer Opern.