Ferran Adrià und der große documenta-Bluff

Das Gerücht kursierte schon seit Wochen, aber es erschien mir zu heiß, daraus eine Meldung für den kompottsurfer zu machen: Die spanische Molekularkoch-Ikone Ferran Adrià kommt nicht nach Kassel. Wie der digitale Spiegel heute meldet, fand sich kein tragfähiges Konzept. Eine Nummer, die an unwiderstehlicher Dreistigkeit kaum zu überbieten ist. Ausstellungsleiter Buergel und Ferran wird nicht erst seit gestern klar gewesen sein, dass ihnen eine umsetzungsfähige Idee zum klug inszenierten PR-Spektakel fehlt. Jetzt hält Adrià im El Bulli für die nächsten 100 Tage angeblich täglich einen Zweiertisch für dokumenta-Gäste frei, und damit ist der Melonenkaviar gegessen. Und weil das an kulinarischen documentaXII-Kuriositäten nicht reicht, ist gerüchteweise auch noch von einem Rückzug des Caterers Kofler & Kompany die Rede, die gemeinsam mit Jürgen Dollase ein Projekt zur Ehrung Adriàs (mit Erbsensuppe) realisieren wollte (der kompottsurfer berichtete). Auf meine Anfrage, ob an dem Gerücht tatsächlich etwas dran sei, bekam ich aber noch keine Rückmeldung, was nahelegt, dass was dran ist.