Küchenschlacht: An die Töpfe, fertig, schnarch!

Die gute Nachricht zuerst: Die Küchenschlacht ist im frühen Nachmittagsprogramm des ZDF sehr gut aufgehoben. Ältere Zuschauer brauchen jedenfalls keine Angst vor einem Herzinfarkt haben, weil die Sendung ungefähr so aufregend ist, wie einer Wanderdüne beim Abendspaziergang zuzusehen. Und die jüngeren sind, hoffentlich, noch bei der Arbeit und dürfen dabei nicht fernsehen.
Ich habe inzwischen ein paar Sendungen durchgeschaut, weil ich nicht vorschnell urteilen wollte, aber an meiner ersten Einschätzung änderte das auch nichts. Rezepte, Moderation und Dramaturgie werden zu patentierter Langeweile abgerührt. Plauderei und Unlustigkeiten dominieren. Eine junge Hobbyköchin aus Berlin erzählt, sie habe von Lafer geträumt und dichtet dem als Moderator fungierenden Koch ein paar rührselige Zeilen, eine Rentnerin zeigt, wie Walking funktioniert und ein ehemaliger Sportlehrer hüpft am Herd hoch und lässt Lafer nachhüpfen. Das alles in einer Sendung, gestern. In der heutigen Folge wird gezeigt, welcher Kandidat der beste ist und am Freitagabend zu Kerner in die Kochshow hüpfen oder walken darf. Ich weiß nicht, ob ich das volle 45 Minuten durchhalte.
Die Idee der Sendung ist ja gar nicht sooo schlecht (wenn auch abgekupfert), aber mein Gott, diese Ausführung. Da ist ja überhaupt kein Zug drin und Kochwissen wird kaum vermittelt. Dagegen ist Kochen bei Kerner ein wahres Actionspektakel.