Zeit für wilden Pfirsich

Er ist fast so flach wie ein Frisbee und auf andere Weise aromatisch als seine streng gezüchteten Geschwister: Wilder Pfirsich. Gestern entdeckte ich eine kleine Kiste mit dieser merkwürdig geformten Obstsorte beim türkischen Lebensmittelhändler meines Vertrauens. Er ließ mich probieren, und ich war entzückt. Nicht nur die feste Textur des Fruchtfleisches, auch der lange Nachklang hat mich beeindruckt, denn bisher hatte ich dieses Obst nur im bereits verarbeiteten Zustand im Restaurant gegessen.
Im Duft ähnelt der wilde Pfirsich schon sehr dem kultivierten Pfirsich, im Geschmack zeigt sich allerdings eine feinere Süße und eine gut eingebundene Säure, vorausgesetzt, man isst den Pfirsich reif und nicht zu früh, was einige Zeitgenossen leider tun, um dann zu dem Schluss zu kommen, der wilde Pfirsich sei saurer als der kultivierte. Leider gibt es den wilden Pfirsich nur ein paar Wochen im Jahr, und der Preis ist mit 5,95 Euro pro Kilo (plus x, denn mein Händler kalkuliert in der Regel barmherzig) auch nicht gerade gering, aber die Investition lohnt in jedem Fall.

10 Gedanken zu „Zeit für wilden Pfirsich“

  1. ich habe gerade bei google nach “wilden pfirsichen” gesucht, weil ich heute diese
    unglaublichen früchte entdeckt habe und restlos begeistert bin von diesem aroma!
    (ich mag pfirsiche eigentlich nicht; wegen der pelzigen haut. gruselig!)
    ich empfehle allen wilden pfirsichfreunden: kocht euch ein kompott und wenn die welt mal nicht so rosarot ist: glas aufmachen und mit mascarpone im schälchen rein damit!
    danach sieht alles wieder besser aus.
    in diesem sinne: lang lebe prunus perisca!

  2. Hallo Peggy,
    die Pfirsiche sind übrigens auch als Plattpfirsiche oder auch Prunus persica bekannt, um den vielen Kommentaren mit Alternativnamen noch einen weiteren hinzuzufügen ;-). Ich würde mal versuchen, verschiedene Gartencenter in der Region abzutelefonieren und zu fragen, ob diese Sorte zu bestellen ist. Meiner Erfahrung nach, können viele Betriebe auch Jungpflanzen besorgen, die sie derzeit nicht im Programm haben.
    Wie du die Pfirsichpflanzen selbst züchten kannst, steht hier:
    http://www.bio-gaertner.de/Articles/I.Pflanzen-dieDatenbank/Obstbaeume-Baumfruechte/Pfirsichbaume.html
    kompottsurfer

  3. Ich liebe diese Pfirsiche, ob sie nun wilde Pfirsiche, Weinbergpfirsiche oder Tellerpfirsiche heißen – so genau scheint es ja keiner zu wissen. Seit Jahren kaufe ich sie im Sommer in Köln auf dem Markt.
    Wer kann mir zu einem Bäumchen dieser Pfirsiche für meinen Schrebergarten in Köln verhelfen? Ich habe in Gartencentren bisher kein Glük gehabt. Oder kann mir jemand Tips geben, ob aus den Kernen dieser Pfirsiche ein fruchtender Baum wird und wie lman es macht (anknacken?) und wie lange es wohl dauert bis man ernten kann.

  4. mmhhhhh toller geschmack.
    ich kenne diese frucht aus spanien, unter dem namen “paraguayos”
    wir moegen keine ander pfirsiche mehr.

  5. In Krefeld im Schwanenmakrt gib es sie jetzt auch unter dem Namen “Wilde Pfirsiche”. Das leckerste Obst, was ich jeh gegessen habe!!

  6. Ab morgen, also Donnerstag, hat der genannte Händler wieder Wilde Pfirsiche am Start.
    kompottsurfer

  7. Mich würde mal interessieren, wie diese Pfirsich schmecken, wenn sie bis zur Vollreife am Baum hängen bleiben. Vermutlich noch besser. Aber dann sind sie wohl kaum gut zu exportieren.
    Mein Händler hat jetzt übrigens noch mal die Preise gesenkt : 4,50 € das Kilo.

  8. Habe die kleinen Früchte letztes Jahr erstmals beim Obsthändler gesehen und nach vorsichtigen Erstkauf immer wieder zugegriffen. Sind wirklich aromatisch und lecker. Ich denke, ich werde diesen Sommer zum Wiederholungstäter. “Normale” Pfirsiche habe ich nämlich dann gar nicht mehr gekauft.

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