Angsthasenbraten: Joschka Fischer kocht nicht für Wolfram Siebeck

Einmal in seinem Leben wollte Joschka Fischer den Gastronomiekritiker Wolfram Siebeck treffen, jetzt fädelte der stern die Begegnung der beiden nebst Ehefrauen ein, über die in der aktuellen Ausgabe des Blattes ausführlich berichtet wird. Dass Fischer aber beim Kochen kniff und statt dessen seine Frau Minu machen ließ, erinnerte mich irgendwie an die Story über Dieter Bohlen, der eines Nachts seine junge Frau vorgeschickt haben soll, um Einbrecher aufzuhalten, während er durchs Fenster türmen ging.
Aber ich will mit Joschka Fischer nicht zu hart ins Gericht gehen. Schließlich kenne ich das Problem, obwohl sich mein Bekannheitsgrad im Gegensatz zu Siebecks in arg engen Grenzen hält. Viele Leute aus meinem Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis werden dennoch immer ganz nervös, wenn ich zum Essen da bin. Möglicherweise werde ich deshalb so selten eingeladen. Das ist allerdings kein Vergleich zu der geradezu bemitleidenswerten Ausgrenzung, die Spitzenköche erdulden müssen. Welche Privatperson wagt es denn, mal für sie zu kochen? Sogar ich mache mir davor ins Hemd. Aber kneifen, nein kneifen käme auch nicht in Frage.
Vielleicht hätte Joschka Fischer die Sache so angehen sollen, wie sein Marathontraining und vorab erst mal ein Testrennen absolvieren sollen. Ich hätte mich glattweg zur Verfügung gestellt, allerdings nur unter der Bedingung, dass wir beide vorher noch eine kleine Runde gemeinsam Laufen gehen.