Gault Millau Guide 2009 (1): Nils Henkel wird Koch des Jahres

Was für ein Einstand in der Szene der Küchenchefs: Nils Henkel, Nachfolger von Dieter Müller im Schlosshotel Lerbach, wurde gleich in seinem ersten Jahr vom Gault Millau zu Deutschlands Koch des Jahres gewählt. Zuvor hatte er eine ganze Dekade lang an Müllers Seite gearbeitet. Mit ausgefeilter Technik, enzyklopädischem Wissen und einer großene Offenheit gegenüber allen Strömungen der weltweiten Kulinarik, reifte er zum Spitzenkoch, so formulierte es GM-Chefredakteur Manfred Kohnke in seiner Laudatio bei der gestrigen Preisverleihung auf Schloss Lerbach. Wie alle anderen Preisträger erhielt auch Henkel eine Ausgabe des Großen Larousse. Kohnke schien das fast ein wenig peinlich zu sein, und so bemerkte er nebenbei: Nils Henkel weiß viel mehr als da drin steht. Na ja, Sie können’s ja verschenken.
Neben den Lorbeeren für Nils Henkel wurden noch folgende Auszeichnungen vergeben:
Oberkellner(in) des Jahres: Marie-Anne Raue (Ma Tim Raue und Uma / Berlin)
Aufsteiger des Jahres: Jörg Glauben (Tschifflik / Zweibrücken)
Entdeckung des Jahres: Alexander Schütz (St. Benoît / Oberammergau)
Sommelier des Jahres: Hagen Hoppenstedt (Haerlin / Berlin)
Pâtissier des Jahres: Matthias Ludwigs ( Graugans / Köln)
Hotelier des Jahres: Ralf J. Kutzner (Bülow Residenz / Dresden)
Barkeeper des Jahres: Bernhard Stöhr (Traube Tonbach / Baiersbronn)
Cigar Lounge des Jahres: (Heiligendamm Davidoff Lounge)
Kochschule des Jahres: Otto Koch (Robinson Club Flesensee)
Menü des Jahres: Sven Elverfeld (Aqua / Wolfsburg)
Restaurateur des Jahres: Herbert Seckler (Sansibar / Sylt)
Zu Herbert Secklers Auszeichnung bemerkte Kohnke, dass er Abbitte zu leisten habe, da er der Sansibar in den vergangenen Jahren des öfteren mal ein möglicherweise zu kritisches Wort gegönnt habe. Seckler hörte es mit Genugtuung und verriet den staunenden Anwesenden, dass sein Team am Tag bis zu einer Tonne Fisch verarbeite. Ich dachte erst, ich hätte mich verhört, und es sollte im Monat heißen, aber nein, bei zwei- bis viertausend Essen am Tag, kann so eine Menge tatsächlich schon mal täglich unters Messer kommen.