Christian Rach und ein gastronomischer Alptraum im Ruhrpott

Seit ich mich intensiv mit der Gastronomieszene des Ruhrgebiets befasse, und das sind inzwischen rund zwei Jahrzehnte, nehme ich Gelsenkirchen als kulinarisches Katastrophengebiet war. Und ausgerechnet dahin verschlug es nun Christian Rach, den Hamburger Sternekoch und Gastronomen, der für RTL unterwegs ist, um notleidende Betriebe zu retten.
So zeigte der Sender heute, wie Rach versuchte, das augenscheinlich desaströs geführte Lokal Zum Alten Kloster in der Gelsenkirchener City wieder auf Kurs zu bringen. Der Graben zwischen dem Anspruch des Besitzers, ein französisches Fischrestaurant zu etablieren und Champagner für 99 Euro anzubieten, aber zugleich nahezu alle Beilagen aus vorgefertigten Produkten herzustellen und Fisch vorzugsweise komplett frittiert aufzutischen war so groß, dass da locker die Nordsee reingepasst hätte. Und wie die Küche aussah – als wäre gerade eine Truppe randalierender Nagetiere durchgezogen.
Allerdings ist auch die Sendung verbesserungswürdig. Gefühlt nehmen Begrüßungs- und Abschiedszeremonien fast die Hälfte der Sendezeit in Anspruch, und das muss echt nicht sein. Denn mit noch mehr Christian Rach in Aktion am Herd oder in Gesprächen mit Chefs und Mitarbeitern würde die Sendung deutlich an Unterhaltungswert gewinnen, finde ich.