Spaghetti Carbonara in search of perfection

Gestern Abend hatte ich Lauftraining. Nachdem ich mich drei Wochen mit hartnäckigen muskulären Problemen an Adduktoren und Gluteus herumgeplagen musste, war es die erste Einheit, die ich mal wieder halbwegs schmerzfrei absolvieren konnte. Tja, und was braucht der Körper im Anschluss? Klar, Kohlenhydrate. Und wenn es mit der Versorgung schnell gehen soll, ist eine üppige Portion Nudeln für mich zumeist die naheliegendste Wahl. So auch gestern. Fragte sich nur, in welcher Variation ich sie zubereiten wollte und (in Anbetracht der Vorräte) konnte.
Wohl wegen der Ereignisse im Fat Duck erinnerte ich mich an ein Rezept von Heston Blumenthal für Spaghetti Carbonara (In search of perfection lautet übrigens ein bekannter Kochbuchtitel des englischen Spitzenkochs – als Info für alle, die meine Headline etwas kryptisch finden). Nun, alles, was ich für zwei Personen brauchte, war vorrätig: 2 mittelgroße Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, 50 ml Olivenöl Extra Virgin, 40 g Salz, 150 g geräucherter Schinken, eine frische Chilischote, 350 g Spaghetti aus Hartweizengrieß, zwei Eigelbe von frischen, mittelgroßen Eiern, 60 g frisch vom Stück geriebener Parmesan und drei Stengel frische glatte Petersilie.
Zunächst goss ich das Olivenöl in einen kleinen, dickwandigen Topf und gab die fein gewürfelten Zwiebeln und die zerdrückten Knoblauchzehen hinein und ließ das Ganze bei niedriger Hitze langsam garen. Nach etwa zehn Minuten gab ich die fein gehackte und von Samen befreite Chilischote zusammen mit dem in 1 cm schmale Streifen geschnittenen Schinken dazu, um es bei weiter niedriger Hitze weitere 5 Minuten garen zu lassen. Dabei galt es natürlich immer darauf zu achten, dass Zwiebeln und Knoblauch keine braune Farbe annehmen, um unangenehme Bitternoten zu vermeiden.
In der Zwischenzeit gab ich die Spaghetti in einen großen Topf mit zwei Litern kochendem Wasser, das ich zuvor mit dem Salz angereichert hatte. Während der acht Minuten Kochzeit verrührte ich die Eigelbe mit dem Parmesan in einem großen Topf, der auch die Nudeln aufnehmen konnte, gab dann drei Esslöffel vom sprudelnden Kochwasser dazu und schließlich die zuvor abgeseihten Spaghetti hinein und vermengte das Ganze. Darüber gab ich nun die Mischung aus Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Schinken, vermengte das Ganze noch einmal und richtete es auf tiefen Tellern mit etwas gehackter Petersilie bestreut an.
Es mag verwundern, dass es sich hier um ein ziemlich typisches und keinesfalls spektakuläres Rezept für Spaghetti Carbonara handelt, das uns Blumenthal da anbietet. Aber der Mann schätzt eben auch Tradition.