Fettspiegelungen eines Dauerläufers (I): Käse und das Fett in der Trockenmasse

Vorgestern beim Opellauf über 10 Kilometer am Kemnader See: Am Start stehen über 600 Läuferinnen und Läufer aus dem Ruhrpott. Ich sortiere mich im vorderen Viertel ein und ernte gleich missbilligende Blicke von einigen ambitionierten Laufkollegen, jedenfalls scheint es mir so. In ihren Augen lese ich Was will das Moppelchen denn hier vorne? Okay, mein BMI liegt bei 23 und der Körperfettanteil bei 14%, und ich fühle mich damit durchaus wohl. Aber aus Sicht einiger pfeilschneller Skelettomobile schleppe ich natürlich unverantwortlich viel Reisegepäck mit.
Wo führt also der richtige Weg eines Hobbysportlers entlang, der Spaßbremsenkotz, ähem -kost verabscheut und der genussvollen Ernährung zugeneigt ist? Noch mehr Sport machen? So viel Zeit habe ich nicht. Also mit mehr Verstand essen. Aber wie soll das gehen? Man hat, was man hat. Und ist, was man isst. Mist. So funktioniert das nicht. Ich versuche es mal mit Gut und Böse. Ja, böse ist gut. Also: Böse macht dick.
Mehr oder weniger Böse ist fast überall drin. In Wurst, Fast und Junk Food, Eiskrem, Kuchen, Weissmehlbrötchen, Wein, Bier, Schnaps und Käse. Nicht immer ist es das Fett, aber oft.
In letzter Zeit setze ich vermehrt auf Ziegenfrischkäse als Brotaufstrich und war irritiert über die Angaben zum Fett in der Trockenmasse. 45% – so viel hat der feste Rohmilchkäse, den ich sonst zum Brot esse auch. Warum gilt also der Frischkäse als leichter Käse? Weil er, so fand ich heraus, nicht so viel Fett absolut beinhaltet. Die Angabe von Fett in der Trockenmasse ist als Angabe für den Verbraucher also einigermaßen wertlos. Und der tatsächliche Fettgehalt berechnet sich so:
Hartkäse:      Fett i. Tr. multipliziert mit 0,7
Schnittkäse: Fett i. Tr. multipliziert mit 0,6
Weichkäse:  Fett i. Tr. multipliziert mit 0,5
Frischkäse:  Fett i. Tr. multipliziert mit 0,3
Bedeutet, dass ein Hartkäse mit 45% i.Tr. einen absoluten Fettanteil von ca. 31,5% enthält, ein 45%-i-Tr.-Frischkäse aber nur ca. 13,5%. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Je höher der Wasseranteil im Käse, um so geringer der Fettanteil.