Flasche leer, Hucke voll, Staatssäckel auch voll

alkst-ndÜbermorgen legen Deutschlands Steuerschätzer ihre Prognose über die Einnahmesituation des Fiskus bis 2013 vor. Das ist ein ähnlich seriöses Szenario, als würde Dieter Bohlen die Abschlusstabelle der Fußballbundesliga für die Saison 2012/2013 vorhersagen. Jedenfalls ist DSDS längst in der Politik angekommen, denn Deutschland sucht den Superzahler. Wer könnte das sein? Logo, der Verbraucher. Wissen wir ja schon seit der Umsatzsteuererhöhung.
Nun droht den Verbrauchern neues Ungemach. Perfide unter dem Deckmäntelchen der Drogenbekämpfung versteckt, soll nun Alkohol stärker besteuert werden. Das ist natürlich eine Superidee, ein Konzept, das immer mal wieder aus dem Giftschrank der Politiker gezogen wird. So kämen, ähnlich wie in Skandinavien, auch endlich wieder die Schwarzbrenner ins Spiel und könnten richtig Schwarzgeld verdienen. Ja, echtes Feuerwasser in Zeiten der Wirtschaftskrise, das ist es, was wir jetzt brauchen. Hausgebrauter Schnaps ist ja auch viel bekömmlicher als dieses Fertigzeugs vom Händler. Und weil besteuerter Schnaps allein nicht genug Steuerprozente ins Säckel fließen lässt, muss auch anderer Alkohol stärker besteuert werden. Nur wer genug Geld hat, soll künftig qualitätsvolle alkoholische Getränke konsumieren können. Alle andere berauschen sich dann an Schwarzgebranntem, um den Frust wegzusaufen. Ja, das ist wahre Demokratie. Ach ja, und der Mafia wäre eine indirekte Prohibition durch Steuererhöhung sicher auch ganz recht.
Angenervt durch die neuerlichen Steuererhöhungspläne, hat der Spitzenwinzer Dirk Würtz in seinem blog die Kampagne Alkoholsteuer Nein Danke als Petition auf den Weg gebracht. Im Prinzip eine gute Idee, die der kompottsurfer auch gerne unterstützt. Ein bisschen missverständlich allerdings, denn geht es jetzt nun gegen die geplante Erhöhung, die Einführung einer Weinsteuer, die es ja seit Abschaffung der bundesweiten Reichsweinsteuer 1926 nicht mehr gibt oder auch um die komplette Abschaffung von Alkoholsteuern, die es bereits gibt? Oder habe ich etwas überlesen? Konsequenter Weise wäre ich für eine Abschaffung aller Steuern auf Alkoholika, eine Sonderrolle Wein ist aus meiner Sicht nicht schlüssig vermittelbar.
Zur Erinnerung:
Biersteuer (nach Stammwürze) bei Pils, Alt und Kölsch ca. 10 Cent pro Liter
Schaumweinsteuer ca. 1,36 € pro Liter
Branntweinsteuer (nach Alkoholvol. %), z.B. für einen 40 vol.%igen Tresterbrand 5,21 € pro Liter