Koksen ist Achtziger: Hamburger Kola mit rotzfrechen Slogans und mehr Koffein

Fritz Kola. Als jemand, der nachts schon mal Stunden im Laufschritt unterwegs ist und allein deshalb Koffein als höchst hilfreiche Droge schätzen gelernt hat, ist mir Fritz-Kola schon deshalb aufgefallen, weil sie angeblich viel viel Koffein enthält. Nun ist ja längst bekannt, dass die Koffeinmenge in herkömmlicher Pepsi oder Coca Cola vergleichsweise homöopatisch dosiert ist, also mit 10 Milligramm pro 100 ml. Ein Tässchen mit 30 ml Espresso enthält 40 mg. Man müsste also schon 0,4 Liter Cola trinken und damit auch notgedrungen 42 Gramm Zucker aufnehmen, um eine vergleichbare Wirkung zu erzielen. Okay, auch ein Espresso braucht etwas Zucker, aber die umgerechnet 15 Würfelstückchen würden gar nicht in die Tasse passen. Und nicht mal Zuckerextremisten wie Benjamin Blümchen würden so eine Menge einwerfen.
Der Slogan Koksen ist Achtziger zielt natürlich gegen Coca Cola. Nicht nur wegen des sprachlichen Zusammenhangs Coca – Kokain, sondern auch, weil Coca Cola Gerüchten zufolge Ende des 19 Jahrhunderts Kokain enthalten haben soll, was das Unternehmen allerdings durchweg abstritt.
Nun ist also mit Fritz Kola ein Hersteller unterwegs, der nicht mehr nur in Hamburg sondern inzwischen auch darüber hinaus ein Vetriebsnetz aufbaut. Die Gründer Lorenz Hampl und Mirco Wolf Wiegert pflegen das Image von zwei mit der herkömmlichen Cola unzufriedenen Burschen, die daraufhin ihr eigenes Ding machten. Durchaus clever, sprechen sie ein junges, hippes Publikum an.
Mit 25 mg Kokain, pardon Koffein, liegen die Werte von Fritz Kola 2,5 mal höher als bei Coca Cola und Pepsi sowie gleich hoch wie bei Afri Cola. Leider haben es die Fritzen verpasst, in Sachen Zucker andere Wege zu gehen. Klar, gibt es auch eine zuckerfreie Version, aber das ist halt das, was die anderen auch machen. Und die Gründer wollten doch anders sein. Da also der Brennwert von 420 kcal pro Liter bei Fritz so hoch ist wie bei der Konkurrenz, ist davon auszugehen, dass auch in der Fritz Cola mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter verbaut sind.
Fritz ist ein netter Versuch, den Markt zu beleben, aber weit davon entfernt, einen ähnlichen Siegeszug anzutreten wie Bionade. Es ist eben dann doch nur Kola.