Maßnahmen gegen EHEC: Verzichtsratschläge (Tomate, Blattsalat, Gurke) bieten nur scheinbare Sicherheit

Dem kompottsurfer gefällt der mediale Umgang hinsichtlich der Vorsichtsmaßnahmen zu EHEC überhaupt nicht. Durch den Fokus auf einzelne Lebensmittel wie Blattalaten, Tomaten und Gurken, die aus Norddeutschland stammen, wird das Hauptproblem der Verbreitung von gefährlichen EHEC-Erregern zu sehr von einer hygienischen auf eine geographische und produktbezogene Ebene verschoben. Wie bereits vorgestern gebloggt, ist es aber der hygienische Aspekt, der in den Vordergrund gehört. Eine Gelegenheit, diese Problematik am akuten Beispiel von EHEC ausführlich und grundsätzlich darzustellen wird vertan, denn EHEC ist nun mal nicht die einzige problematische Verunreinigung von Lebensmitteln.
Statt nun die vom Robert-Koch-Institut im Zusammenhang mit EHEC veröffentlichten Empfehlungen zum Umgang mit lebensmittelbedingten Infektionsgefährdungen herauszustellen (u.a. strikte Händehygiene einhalten!), wird das Institut in zahlreichen Medien lediglich im Zusammenhang mit seinen Erkenntnissen zum Ursprung des Problems zitiert.
Der kompottsurfer möchte hier überhaupt keine spiegelreine Meister-Propper-Ernährung propagieren, bloß das nicht, aber die Sensibilität für das Vorhandensein und für die Verbreitung von gefährlichen Erregern über Schmierinfektion ist schlichtweg unterentwickelt. Wer übrigens seinen Kindern mal zeigen möchte, wie Händewaschen richtig funktioniert (den Eltern hören die Nachwüchsigen ja ohnehin selten aufmerksam zu), sollte den Kids mal dieses, fast schon 50er-Jahre-mäßige Video zur Ansicht auf dem iphone empfehlen. Ist so unhip gedreht, dass es schon fast wieder komisch ist.