EHEC und die Fälle aus der Vergangenheit: Das Stochern im Nebel gehört dazu.

Bei meinen Recherchen zu EHEC stieß ich auf ein paar interessante Altfälle von E.-coli-Verseuchungen, die ebenfalls zu Erkrankungen mit Hämolytisch-Urämischem-Syndrom führten. So gab es 2009 in den USA den Verdacht,  Industrieprodukte des Herstellers Nestlé, genauer gesagt dessen Toll House Cookie Doughs seien mit dem Bakterium verseucht. Nestlé startete eine umfangreiche Rückrufaktion. Letzten Endes konnte aber nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die Cookies tatsächlich befallen waren. Auch da gab es ein langes Stochern im Nebel nach den Ursachen für die Kontamination und deren Verbreitung, die am Ende einer Verseuchung von Rindhackfleisch zugeordnet wurde.
Ähnlich war es bei einer HUS-Erkrankungswelle in den USA 2006, wo zunächst Lauchzwiebeln, dann Rohmilch, schließlich wieder Lauchzwiebeln als Ursache ausgemacht wurden. Im gleichen Jahr gab es eine Kontamination, wo abgepackter Spinat Erkrankungen verursacht hatte.
Es gab auch Fälle, wo verseuchtes Wasser und unpasteurisierter Apfelsaft die Ursache waren. Die meisten Vorfälle hatten allerdings bekanntlich mit Hackfleisch zu tun. Aber fast immer war da auch die lange Suche nach der Ursache. Und so, wie der Lebensmittelhandel in den Industrienationen funktioniert, verwundert das überhaupt nicht. Der kompottsurfer befürchtet, dass uns in den nächsten Jahren eine massive Zunahme derartiger Probleme bevorsteht, weil der Markt sich weiter internationalisiert und Produzenten sowie Händler aufgrund von Kostendruck Hygienemaßnahmen und regelmäßige Produktkontrollen auf das Mindeste beschränken werden.