EHEC und der Hygiene-GAU: Es ist leider immer noch nicht vorbei

Wie immer nach katastrophalen Ereignissen endet irgendwann das mediale Interesse daran, und obwohl die Dramen noch nicht vorüber sind, wird in Deutschland kaum mehr darüber berichtet. Allein innerhalb des letzten Jahres fallen mir drei Beispiele dazu ein: Die Leck geschlagene Bohrinsel Deepwater Horizon, das Beben in Japan einschließlich des Reaktordramas von Fukushima und der EHEC-Ausbruch.
Nun waren die Menschen in Deutschland von Ölkatastrophe, Erdbeben und Atomgau nicht direkt betroffen, bei EHEC aber sind sie es. Und der Ausbruch an einer Altenbekener Schule Ende Juni im Kreis Paderborn zeigt, dass die Behörden scheinbar noch nicht viel dazugelernt haben. Während immerhin verschiedene Medien über das Problem berichteten, ist weder auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts noch beim Bundesverbraucherministerium (BMLV) darüber aktuelles zu lesen. So warnt das BMLV weiter vor dem Verzehr von Sprossen und das RKI sieht ein bevorstehendes Ende des Ausbruchs vorher, und in Ostwestfalen kämpfen einige schwer erkrankte Grundschulkinder um ihre Gesundheit. Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass Kontamination von Lebensmitteln durch Mitarbeiter eines Catering-Unternehmens die Ausbruchsursache ist. Genau hier lauert weiterhin Gefahr. Man stelle sich eine solche Verunreinigung bei der Zubereitung von Essen in einem großen Krankenhaus vor.
Also, wo bitte ist die Hygieneoffensive der Behörden? Wenn nicht jetzt, wann dann?