Die zynische Variante von FDH: Friss die Hälfte von dem, was du kaufst. Den Rest schmeiß’ weg.

Gut zwei Jahre ist es her, da führte der kompottsurfer ein Interview mit dem Geschäftsführer des ttz Bremerhaven, Werner Mlodzianowski über Ernährung, Nahrungsmittelindustrie, Skandale und Verbraucherverhalten. Gegen Ende des Gesprächs ging es darum, was aktuell so alles in unser beider Kühlschränke liegt. Wir stellten beide fest, dass diese meistens ziemlich leer sind, da wir sehr bedarfsnah einkaufen. Damit stehen wir aber offensichtlich auf ziemlich verlorenem Posten, denn die meisten Verbraucher in Deutschland haben sehr volle Kühlschränke.
Was dazu führt, dass viel zu viele Nahrungsmittel weggeschmissen werden. So sieht es jedenfalls der Kölner Autor und Filmemacher Valentin Thurn, und der kompottsurfer ist ziemlich sicher, dass Thurn Recht hat. Obwohl offizielle Zahlen darüber, wie viel Essen tatsächlich in den Müll wandert, hierzulande gar nicht exsistieren. Thurn, dessen Film “Taste the waste” (Kosten Sie den Abfall), am 8. September in die Kinos kommt, geht allerdings davon aus, dass in Deutschland ungefähr die Hälfte aller produzierten Nahrungsmittel weggeworfen wird und orientiert sich dabei an erhobenem Datenmaterial aus Großbritannien, den USA und Österreich, wie er dem stern in einem Interview erläutert hat. Einer der Gründe, warum das so ist, lautet aus seiner Sicht: “Wir kaufen nicht rational, sondern optional ein.”
Das heißt aber auch: Es wird Nahrung und Geld vernichtet. Geld, welches in höherwertigen Nahrungsmitteln sinnvoll investiert wäre, findet der kompottsurfer, der schon sehr gespannt auf den Film ist (s.u.) und auch das zum Thema gerade frisch erschienene Buch in den nächsten Tagen lesen wird.
Und es sind auch die Verbraucher, die durch ihr Kaufverhalten irrsinnige Mengen Ausschuss schon bei den Erzeugern provozieren. Kartoffeln, die nicht eine bestimmte Form haben, verrotten auf den Feldern, auch Biokartoffeln übrigens. Und Tomaten, die in ihrer Farbgebung eine von Scannern kontrollierte, vorgegebene Rotfärbung vermissen lassen, werden vernichtet. Nur zwei Beispiele von vielen. Und dazu dann die Bilder von der Hungerkatastrophe in Ostafrika vor dem geistigen Auge … .