Etikettenschwindel? Wie regional sind regionale Produkte?

Bonus Ost: Kennzeichnung für Lebensmittel aus den neuen Bundesländern

Immer mehr Supermärkte bewerben einzelne Produkte nicht mehr nur mit guten Bewertungen von Ökotest und Stiftung Warentest, sondern auch mit dem Hinweis, dass es sich gegebenenfalls um ein regionales Erzeugnis handelt. Nur ist eine derartige Kennzeichnung nirgendwo geregelt, das heißt, dem Verbraucher kann auch ein Produkt aus 200 Kilometern Entfernung als ein regionales empfohlen werden. Supermarktketten erschaffen sogar eigene Labels, damit die Kunden bei ihren emotionalen Einkaufspräferenzen gepackt werden können. Laut einer Umfrage des Forsa-Instituts aus 2010 bevorzugen nämlich 65% der Verbraucher angeblich Produkte aus der Region.
Zugegeben, das Thema ist nicht neu, aber Regelungen, die einem Missbrauch vorbeugen könnten, gibt es immer noch nicht. In den neuen Bundesländern ist sogar ein Trend zu erkennen, der die regionale Trennung entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze verortet, wie mir bei einer Reise nach Sachsen-Anhalt auffiel. Der Hinweis Ostprodukte steht dort neben der Preisangabe zu Erzeugnissen, die aus den neuen Bundesländern stammen. Was gäbe es wohl für ein Geschrei, wenn zum Beispiel Aldi oder REWE in ihren Filialen in den alten Bundesländern Westprodukte als Kennzeichnungselement einsetzen würden?