Sylt am Rhein: Viel Prominenz im Breidenbacher Hof

Der kompottsurfer war noch nicht oft auf Sylt. Vor vielen Jahren mal bei Jörg Müller. Vor noch viel mehr Jahren Zelten auf einem Campingplatz. Mit einem einflammigen Gaskocher. Und irgendwann mal zwischendurch für ein paar Tage einfach so. Nun sollte Sylt zu Gast am Rhein sein, und es war so klar wie alpines Quellwasser, dass diese Veranstaltung nicht in Köln sondern in Düsseldorf staffinden musste. Die syltischste Ortschaft südlich von Hörnum.
Der kompottsurfer war im Vorfeld überzeugt, dass die Veranstaltung rappel- und stimmungsvoll, gleichwohl für ihn als waschechten Ruhrie möglicherweise eine Spur suspekt werden würde. Wie wohltuend, dass es nicht die befürchtete Bussiparty wurde sondern ein stimmungsvolles Event mit Menschen, die echte Freude am kulinarischen Genuss ausstrahlten. So wie Helmut Zerlett zum Beispiel. Und ganz viele andere, die ich mangels Lektüre von Bunte und Gala sowie schwindenden Sehvermögens nicht mehr so auf dem Schirm habe.
Kommen wir zum Wesentlichen. Zum Essen und Trinken. Natürlich gab es Sylter Austern, präsentiert vom Fischhandel Kuhn. Schon beim Aufgang in die Lobby Lounge duftete es nach Trüffeln, die der Feinkosthändler und geschätzte Trüffelexperte Ralf Bos höchstselbst und gar nicht sparsam über frische Bandnudeln hobelte. Danke Ralf für die Extraportion.
Schön war’s auch in der Küche, wo unter anderem Sascha Stemberg agierte, der suchterzeugendes Bauchfleisch vom Schwäbisch Hällischen Schwein servierte. Ein junger Klassiker des Hauses Stemberg (Velbert), das übrigens mit der kompletten Familie am Start war. Sascha stellte mir Holger Bodendorf vom Landhaus Stricker (Sylt) vor, der mir Gebratenen Seeteufel auf Haselnusscreme servierte (erstaunliche Aromenharmonie, Hut ab!) und dann konnte ich auch noch ein bisschen mit der überaus sympathischen Erika Bergheim aus dem Essener Restaurant Nero fachsimpeln (sie fach – ich simpel). Sie hatte einen fantastischen Pulpo mit Zitronenraviolo und Staudsensellerieluft fabriziert, wobei ich in der Luft auch noch eine Nusskomponente wahrnahm, die offensichtlich reine Halluzination war. Oder Folge des Weinkonsums. Denn getrunken wurde auch, hicks.
Da ist mir zum Beispiel ein sehr gradliniger Syltvaner, pardon: Silvaner, vom Winzerhof Stahl mit 13 Vol% Alkohol positiv in Erinnerung geblieben, genauso wie ein Spätburgunder vom Weingut Becker Landgraf. Prickelndes gab’s von der Sansibar.
Mir scheint, das war der Auftakt für eine Serie. Sylt am Rhein funktioniert. Ach ja, soll ich noch was kritisches sagen? Okay, die Fahrpläne der Deutschen Bahn sind nicht partykompatibel. Der kompottsurfer musste deshalb viel zu früh wieder weg.