Ratschlag gegen die Sommerhitze: Esst mehr Melonen!

Es muss irgendwann in den späten 1990er Jahren auf Fuerteventura gewesen sein, als ich den Genuss von Melonen bei Hitze zu schätzen lernte. Mein alter Freund Markus, mit dem ich dort zum Wellenreiten unterwegs war, hatte ein paar dieser kanarischen Honigmelonen eingekauft, und uns damit prima über einen langen Tag am Strand gebracht. Vorgekühlt und zwischenzeitlich im Sand eingebuddelt lieferte ihr Verzehr Genuss, Erfrischung, Flüssigkeit und energiereichen Fruchtzucker in einem. Auf Fuerte bekamen wir die Dinger damals allerdings auch ziemlich günstig und dazu noch in hervorragender Qualität.

Charentais Melone: Süß, saftig, frisch

Lange Zeit hatte ich Melonen dann aber nicht mehr auf dem Schirm. Gelegentlich servierte mir der türkische Gemüsehändler meines Vetrauens zwar Stücke von Wassermelone, die er aus medizinballgroßen grünen Kugeln herausschnitt, um sie seinen Kunden zu kredenzen. Aber irgendwie war der Genuss nicht so wie damals, ganz davon abgesehen, dass Wassermelonen nun mal keine kanarischen Honigmelonen sind. Vielleicht war es auch nur nie heiß genug und ich zeitgleich nicht energiehungrig genug.
Aber jetzt hab’ ich Melone mal nach einem langen Trainingslauf bei Hitze probiert und war geflasht. Die wirken wie Doping, wobei ich einschränken muss, dass mir der Vergleich zur Wirkung synthetischer Dopingmittel selbstverständlich fehlt. Heute gab’s Charentais-Melone, eine aus Frankreich stammende Variation der Zuckermelone, saftig, aromatisch und reichlich süß. Trotzdem voller Frische und einem an exotische Früchte erinnerndes Aroma. In der Résidence, wo ich kürzlich mal für einen ganzen Tag das Geschehen hinter den Kulissen beobachtete, verabeiten sie die Charentais zusammen mit Kaisergranat zu einer Cremesuppe, dazu Wassermelone, Basilikum und Frühlingslauch – verdammt, war das lecker. Ich hätte einen ganzen Topf davon verputzen können. Nur hätten die Gäste dann nix mehr gehabt.
Werde mich in den nächsten Tage mal durch alle erhältlichen Sorten probieren. Lange genug heiß bleiben soll’s ja noch.