Dürfen wir noch Barilla-Nudeln essen?

Politisch abgenudelt: Barilla

Lange hat es nicht gedauert bis der Chef des italienischen Konzerns Barilla seinen homophoben Äußerungen auf Radio 24 eine Entschuldigung folgen ließ. Das berichtete die Zeitung La Repubblica nachdem Guido Barilla im Radio24-Interview kundgetan hatte, sein Unternehmen würde nie Werbung mit Homosexuellen machen. Der Konzern, so führte er aus, unterstütze nun mal die klassische Familie, in der die Frau eine fundamentale Rolle hat. Wenn Homosexuelle unsere Pasta und unsere Werbung mögen, so Barilla weiter, sollen sie sie essen. Wenn nicht, sollen sie eine andere Pasta essen. Man kann nicht immer jedem gefallen. Daraufhin kam ein Shitstorm in Gang (#boicottobarilla) der Guido Barilla offenbar so ins Gesicht blies, dass er sich zu einer schnellen aber nur halbgaren Klarstellung veranlasst sah. Und erklärte, er habe nur die besondere Rolle der Frau in der Familie herausstellen wollen.
Tja, müssen Freunde der Barilla-Nudel (der kompottsurfer gehört übrigens nicht dazu) nun in den Boykottmodus gehen und auf andere Marken ausweichen? Hierzulande könnte das ab jetzt tatsächlich zum politisch korrekten Ton gehören. Denn wenn ein Konzernchef mit einer solchen politischen Position hausieren geht, muss er damit rechnen, dass sein Unternehmen von Gegnern seiner Ansichten selbstverständlich entsprechend abgestraft wird. In Italien wird Guido Barilla mit seinen Äußerungen aber wohl kaum Verstörung auslösen, da passt seine Haltung ins gesellschaftliche Bild. Vielleicht verkauft er dort jetzt sogar noch ein paar Nudeln mehr als zuvor. Konkurrent Buitoni konterte jedenfalls umgehend und geschickt mit einer Kampagne nach dem sinngemäßen Motto: Bei Buitoni gibt es Platz für alle.