kompottsurfers gastronomischer Streifzug durch München

Der Plan war gut, die Netze waren es nicht. Des kompottsurfers hoffnungsvoller Versuch, via Smartphone nach und nach kleine leckere Portionen gastronomischer Erlebnissen aus der bayerischen Landeshauptstadt zu bloggen, scheiterte kläglich. Wo man sich auch niederließ, das Netz weigerte sich hartnäckig, Bilddaten zu transportieren. Und deshalb gibt’s das Ganze jetzt als Eintopf.

So sehr der lokalpatriotisch veranlagte kompottsurfer der gastronomischen Kultur im Ruhrgebiet auch zugewandt ist, so neidvoll durchquert er München, geradezu überfordert von der Menge an reizvollen Einkehrmöglichkeiten. Abseits der Spitzengastronomie braucht es allerdings einen kulinarisch versierten, persönlichen Guide, um die Perlen zu finden. Und deshalb ganz großen Dank an Gerlinde, die den kompottsurfer zu einigen besonderen Lokalen der Stadt gelotst hat.

Den stärksten Eindruck hinterließ das Kushi-Tei of Tokio, an der Arcisstraße 39. Ein Japaner der anderen Art, schon atmosphärisch besonders, ohne die kühle Distanziertheit, die dem Gast sonst begegnet, wenn er unter Nippons Landesflagge zu tafeln gedenkt. Kushi-Tei ist lebhafte offene Garküche, wo betörende Duftschwaden vom Grill hinüber zu den Tischen ziehen. Vorab werden warme gesalzene Erbsenschoten serviert. Während die Japaner die kurz gegarten, sportlich bissfesten Schoten mitessen, zutzelt der Deutsche gewöhnlich nur die Erbsen heraus. Großartig dann Saba, das ist gegrillte Makrele, zum Niederknien, die Grillspieße, wie der vom Wagyu Beef. Die Preise sind moderat, man bekommt wirklich reichlich Qualität fürs Geld und noch dazu den einen oder anderen Überraschungseffekt serviert.

Eine weitere einladende Landesküche bietet die Eclipse Grill-Bar in der Heßstraße 51. Hier wird koscher gekocht, goutiert von einem oft jungen Publikum, das aus allen Teilen der Welt zu stammen scheint und mit Vorliebe in großen Gruppen zusammensitzt. Eclipse ist kein Ort für ein kuscheliges Dinner zu Zweit, sondern lebhafte und herzliche Gastronomie, in der viel geredet und gelacht wird. Zu empfehlen sind Lafa, ein knuspriges Fladenbrot mit Olivenöl und Saatar, das Humus Tahina, ein aromatisch stimmiges Kichererbsenpüree mit Sesampaste, Pilpelim metuganim, marinierte gegrillte Paprika und Shipud Egel, der Kalbfleischspieß, zu dem das Couscous mit Granatapfelkernen gut passt. Es gibt ein paar interessante israelische Weine zu trinken oder das feine, landestypisches Lagerbier Goldstar.
Wer im Englischen Garten unterwegs ist, sollte unbedingt am Milchhäusl vorbeischauen, einem Kiosk mit Biofood, wo Leberkäs im Krusterl Resi heißt und Rostbratwürste Fingerhakler. Und dann ist da noch die Boulangerie Dompierre, mit köstlichen Croissants und Baguettes in bester Pariser Qualität im Programm. Der kompottsurfer freut sich schon auf die nächste kulinarische Runde in München. Aber deshalb umziehen? Kommt nicht in Frage.