Ein Granatapfelmassaker für den besten aller Zwecke: Gesundheit

Auf der nach oben offen Skala für Lebensmittel, denen eine besonders positive gesundheitliche Wirkung nachgesagt wird, erreicht der Granatapfel (Punica Granatum) Spitzenwerte. Kaum ein Frauen-, Gesundheits oder Ausdauersportmagazin, das ihn nicht als Heilsbringer anpreist. Eine Reihe von Studien legen tatsächlich die Vermutung nahe, dass der auch kulturgeschichtlich bedeutsame Granatapfel positive Wirkungen haben könnte im Einsatz gegen Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Da will es so gar nicht ins Bild passen, dass das gute Stück ausgerechnet bei den griechischen Göttern der Unterwelt so beliebt gewesen sein soll. Zugegeben, irgendwie passt es schon, weil nämlich bei der Bergung der blutroten Kerne ganz schnell ein solides Massaker angerichtet ist. Man gerät geradezu in einen Blutrausch, wenn man nicht aufpasst. So ergeht es mir jedenfalls, wenn ich mich nicht mit der Präzision eines Gefäßchirurgen ans Werk mache.
Ich schweife ab. Gesundheit also. Auf dieser Seite findet sich eine eindrucksvolle Liste, die alle Erkrankungen aufführt, denen der Granatapfel zu Leibe rücken kann. Auch wenn der hohe Anteil an Kalium, Vitamin C, Calcium und Eisen schon recht hoch erscheint – es ist wohl auf die Polyphenole zurückzuführen, dass der Granatapfel so wirkungsvoll ist. Deren Qualität soll die auch in anderen roten Beerenfrüchten enthaltenen Polyphenole bei weitem übersteigen. Nur herumgesprochen hat sich die heilsame Wirkung der Granatäpfel trotz vieler Medienbericht offenbar noch nicht, denn in jeden Supermarkt, wo ich einen dieser Wunderäpfel kaufe, liegt er wie Blei in den Regalen, und das Personal an der Kasse muss erst einmal im Handbuch nachschlagen, was sie kosten. Oder bei den Kollegen nachfragen, die es aber auch nicht wissen.
Meiner Informationspflicht- und schuldigkeit bin ich also nachgekommen. Sage niemand, er hätte es nicht gewusst. Ich jedenfalls adele mein morgendliches Müsli jetzt meistens mit einer üppigen Portion Granatapfelkernen. Und etwas hochprozentiger Bitterschokolade, die ebenfalls reich an Polyphenolen sein soll, aber das ist in diesem Fall zweitrangig. Da zählt mehr der geschmackliche Zusatznutzen.