Essen und Trinken mit Deutschlands Gegnern bei der Fußball-WM.Heute: Portugal

Der kompottsurfer weiß, dass eine Reihe Fußballfans auch Freunde gepflegter Verköstigung vor und während der WM-Spiele sind. Man lädt ein paar Freunde ein, und jeder bringt was Ess- oder Trinkbares mit kulinarischem Migrationshintergrund des jeweiligen Gruppengegners der Deutschen Nationalmannschaft mit.
Am Montag geht’s gleich los mit dem vermeintlich stärksten Widersacher in der deutschen Gruppe: Portugal. Da hilft zur Beruhigung der Nerven auf jeden Fall schon mal Alkohol. Da Bier nun mal das typische Fußballguckergetränk ist, empfiehlt der kompottsurfer ein Pils der Brauerei Sagres. Mit 6,7 Vol. % ist das Sagres Bohemia Reserva 1835 genau der richtige Stoff, um einen frühen Rückstand durch einen Ronaldofreistoß wegzuspülen.
Um die Klischees restlos zu bedienen, braucht’s noch den passenden Wein für jene Frauen unter den Gästen, denen man mit Bier keine Freude machen kann. Und da ist die Auswahl weitaus schwieriger, weil es viel mehr wunderbare Weine als Bier aus Portugal gibt. Der kompottsurfer greift deshalb in die Trickkiste und stellt einen Wein heraus, der auch schon mal bei einem rewirpower-Weintest weit vorne war: Der Santa Fe von Bacalhôa-Vinhos aus dem Anbaugebiet Alentejo. Bacalhôa-Vinhos wurde 1922 gegründet und bewirtschaftet heute rund 1.000 Hektar Rebfläche in den wichtigsten Anbaugebieten Portugals. Es wird seit 2008 in Teilhabe einer Gruppe geführt, die auch das renommierte französische 1er Cru Chateau aus Paulliac, Lafite-Rothschild, besitzt. Die Weine für den Santa Fé werden im amerikanischen Eichenfass ausgebaut. Vertrieben werden die Erzeugnisse von Bacalhôa-Vinhos zum Beispiel über Udos Weine in Bochum.
Aber nun zur festen Nahrung, wobei wir die aufwendige Küche mal aussparen. Das bekannteste portugiesische Nahrungsmittel ist der Bacalhau, ein getrockneter und gesalzener Kabeljau, der wahrlich nicht jedermanns Sache ist und vermutlich nur bedingt Vergnügen beim Rudelgucken vor dem Fernseher bringt. Das ist eher was für die Hardcore Fans, die Spaß an eigenwilligen Überraschungen haben. Massenkompatibler dürfte die Caldo Verdhe sein, eine dünne und leichte Kartoffelsuppe, die mit Kohl und Chourizo aufgepeppt wird. Natürlich schmeckt die Chourizo, eine mit Paprika und Knoblauch deftig gewürzte Schweinswurst auch solo, oder zusammen mit etwas portugiesischem Maisbrot. Der Schafskäse Queijo da Serra eignet sich auch hervorragend als Happen vor dem Fernseher. Zudem zählen Bratkartoffeln (in Olivenöl gebratenen und vor dem Servieren mit gehackter, glatter Petersilie bestreut) und Knoblauchmayonnaise zu den typischen einfachen Zubereitungen, die man in Portugal isst und die Gaumen unserer Freunde kaum irritieren dürften. Der kompottsurfer wünscht schon jetzt ein unterhaltsames Spiel und bom apetite!.