Paradox, aber üblich: Neue kulinarische Trends, die nicht neu sind.

Neue kulinarische Trends werden oft nicht durch Kreativität beim Kochen geboren, sondern durch besondere Namensgebung. Aktuell wird die Trendsau des Fast Casual Dining durchs Dorf getrieben. Pro Sieben und andere Kanäle machen es zum Thema, guckst du hier.
Fast Casual Dining beschrieb schon in den 1990ern einen Trend zum anspruchsvollen Fast Food in den USA. Schnelle Küche, die sich aber qualitativ deutlich abhebt von standardisierter Kettenverpflegung. Haben wir in Deutschland auch schon viele Jahre, heißt nur nicht Fast Casual Dingsda. In Bochum zum Beispiel war es Ende der 1990er Jahre das Fifty Fifty am Nordring, das mit saftigen Burgern, benannt nach Hollywood-Filmen, Regisseuren oder Schauspielern von sich Reden machte. Der Trend  ebbte auf und ab, war aber nie tot. Und ist jetzt breitenwirksam geworden, weil er einen Namen hat. Typisch für diesen Trend sind Lokale wie das Essener Hans im Glück, das im Gegensatz zu früheren Burgeralternativen systemgastronomisch betrieben wird (der kompottsurfer berichtete).
Der kompottsurfer findet es übrigens reichlich verkürzt, dieses Fast Casual Dining als ein gesundes Ding hinzustellen, wie es gerne gemacht wird. Abgesehen davon, das man schon reichlich exklusiv vernagelt sein muss, um Pommes aus dem Fast Casual Diner gesünder zu finden als die von Burger King oder Mc Donalds – schon meine Oma wusste, dass schnell futtern nicht gesund ist. Wer gesund essen will, sollte es sich nicht nur gut, sondern vor allem in Ruhe schmecken lassen.