Ich glaub’, es hackt: Veganes Mett aus Reiswaffeln.

Heute Nachmittag im Bioladen. Gerade erst hatte ich im stern Hans-Ulrich Jörges’ amüsante Polemik auf die erstarrte, verspießerte Republik gelesen, in der die Menschen zunehmend in Korrektheit erstarren. “Wir werden vegan abgefüttert” heißt es da an einer Stelle, ein Detail, das mir – bis zum Betreten des Bioladens – nicht sonderlich aufstieß. Aber dann sah ich dieses Angebotsschild: Veganes Mett. Ich muss die arme Verkäuferin angestarrt haben als hätte sie frisches Aliengulasch in der Auslage und brachte nur ein gestammeltes “Was ist denn da drin?” hervor. “Im Grunde nur gehackte Reiswaffeln, Tomatenmark, Zwiebeln und ein paar Gewürze”, antwortete sie. Gehackte Reiswaffeln? Mehr als ein Kopfschütteln bekam ich nicht hin, nahm mein korrekt verspießertes Vollkornbrot und marschierte schnurstracks weiter zum Metzger meines Vertrauens. Bar jeder Impulskontrolle kaufte ich Mett. Richtiges, echtes Mett. Vom korrekten Schwein. Obwohl ich damit mein selbst auferlegtes Nur_zwei_Tage_die_Woche_Fleisch_Vorhaben torpedierte.
Soll jeder essen, was er mag, selbst wenn er auf Chlorhühnchen und großindustriell produziertes Fleisch steht und das mit seinem Gewissen und seiner Gesundheit in Einklang bringen kann. Soll jeder vegetariern, veganern, fruktariern, lowcarben wie er will, aber bitte, bitte seine Mitmenschen nicht mit Wortkonstruktionen wie veganem Mett verulken. Da müssen sich doch selbst Veganer nicht mehr ernst genommen fühlen. Mett, Ultima Ratio der Fleischverwertung, als vegane Version?
Ich ess’ jetzt erstmal ‘n Mettbrot mit Zwiebeln.