Nelson Müllers Restaurant Wallberg ist geschlossen, aber es könnte noch teuren Nachtisch geben.

Es lief von Beginn an nicht rund mit Fernsehkoch Nelson Müllers Engagement in der Gastronomie der Essener Philharmonie, dem Restaurant Wallberg. Und der kompottsurfer hatte das Unheil schon geahnt, noch bevor Müller dort überhaupt am Start war. Weil eben großer Geschäftehunger nicht unbedingt gute Geschäfte garantiert. Und die Gastronomie in der Philharmonie alles andere als leicht zu bespielen ist, wie die Vergangenheit gezeigt hat.
Immerhin hat Müller schnell die Bremse gezogen als er merkte, dass es nicht lief. Ungewöhnlich schnell sogar. Und das war wahrscheinlich sehr gut so. Andere erfolgreiche Köche sind mit solchen Projekten schon komplett abgestürzt, weil sie zu lange zu zuversichtlich waren, dass es irgendwann besser werden würde.
Wie Der Westen aber nun berichtet, könnte der Pachtvertrag zwischen der städtischen Grundstücksverwaltung GVE und Müller wegen einer Nebenabrede noch Folgen haben. Für Müller allerdings keine schlechten, denn möglicherweise stehen ihm noch Schadensersatzansprüche in sechsstelliger Höhe zu. Angeblich zugesichert für den Fall, dass nach Müllers Ausstieg kein Anschlusspächter gefunden wird, der die Mitarbeiter übernimmt. Von denen klagen einige derzeit sowohl gegen Müller als auch gegen den Vorgängerbetreiber, die Wolff-Gruppe.
Ja, so unappetitlich kann sie aussehen, die gastronomische Seite jenseits fein eingedeckter Tische und verführerisch angerichteter Teller. Der kompottsurfer fragt sich, was so manchen talentiertierten Koch bloß antreibt, wenn er sich in ein gastronomisches Abenteuer nach dem anderen stürzt? Geld? Ansehen? Falsche Berater? Der Nebenschauplatz Fernsehen macht dagegen oft Sinn, da er hilft, die Gästezahlen im Stammhaus des Kochs hoch zu halten. Zumindest, wenn darüber die Präsenz im eigenen Haus nicht zu sehr leidet. Denn Gäste, die kommen, weil sie den Koch aus dem Fernsehen kennen, die wollen ihn dann auch persönlich sehen.
Man darf gespannt sein, wie die Geschichte für Müller und seine ehemaligen Mitarbeiter weitergeht.