Ärmel hochkrempeln, Beeren jagen.

Der Mensch als Jäger und Sammler ist in Deutschland so gut wie ausgestorben. Aber es gibt immer noch ein paar tapfere Genussrecken, die den Spätsommer nutzen, um gute Nahrung heranzuschaffen. Und das kostet sie im Grunde nichts, wenn man mal von einer kleinen Portion Zeit und diversen Kratzern absieht, die das Pflücken von Brombeeren an Händen und Armen verursachen kann.
2015 ist ein gutes Jahr für Brombeeren. Die Sträucher hängen voll, und die Reife entwickelt sich gut. Im Ruhrgebiet sind schon erste Ernten möglich. Der geübte Brombeerpflücker weiß genau, worauf er zu achten hat. Und das sind nicht Größe und Glanz der Beeren sondern die Leichtigkeit, mit der sie sich von den Zweigen entfernen lassen. Ist deutlicher Widerstand zu spüren, sind die Beeren noch nicht reif, und es wäre schade um jede Beere, die auf diese Weise im Erntekorb versauert.
In den großen Wäldern war zuletzt auch einiges an Waldhimbeeren zu ernten. Wer eine feine Nase hat, riecht sie schon, bevor sie am Wegesrand zu sehen sind. In der Rhön war dieses Jahr einiges zu finden. Jetzt hängen aber nur nur noch Reste.
Zur Frucht des Jahres 2015 wurde, im Rahmen des International Fruit Day, die Heidelbeere gewählt. Aber ausgerechnet in diesem Jahr stellt der kompottsurfer fest, dass relevante Erntemengen an den ihm bekannten Orten so gut wie nicht vorhanden sind, während 2014 noch aus dem Vollen geschöpft werden konnte. Hoffentlich gibt es Regionen, in denen es besser aussieht, denn die im Handel erhältlichen Kulturheidelbeeren reichen gechmacklich an die wilden Waldbeeren nicht heran und stammen ohnehin von anderen Sorten ab.
Aber zurück zur Brombeere, die übrigens ganz fein zu Kaffeearomen passt. Ein aufregendes Rezept dazu liefert der englische Spitzenkoch Marc Wilkinson aus dem Restaurant Fraiche in Oxton. Wilkinson ist ein Vertreter der Avantgardeküche, die viel mit neuen Techniken arbeitet. Inspirierend ist seine Kreation allemal, auch wenn sie Hobbyköche vermutlich nicht so perfekt hinbekommen.