Als die Franzosen begannen Pferde zu essen.

Einen sehr lesenswerten Beitrag zum aufkommenden Verzehr von Pferdefleisch im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts hat der kompottsurfer auf den Seiten des Oxford Symposiums entdeckt. Interessant sind die Gründe für den damaligen Trend, denn die Franzosen mochten ihre treuen tierischen Freunde bis dahin nicht so gerne verspeisen. Abgesehen vom als langweilig empfundenen Geschmack des fettarmen Fleisches war es wohl in erster Linie Kopfsache, sie nicht in den Speiseplan aufzunehmen. Aber dann kam das Automobil, und Tausende von Kutschpferden wurden arbeitslos. Später nahmen Traktoren den Ackergäulen die Arbeit weg. Also, wohin mit Klepper? Durchfüttern, dafür dürften damals Geld und Muße gefehlt haben. Also futtern. So jedenfalls erklären es sich die Kollegen.
Der kompottsurfer fragt sich, welche unantastbaren Tiere bei uns vielleicht bald gegessen werden, weil sie überflüssig oder zur Last geworden sind. Ratten? Krähen? Insekten? Modehunde? Am besten denkt man das nicht zu Ende.
Wer übrigens mal Pferdefleisch probieren möchte – die Dortmunder Rossschlachterei Bäumer ist für Interessierte eine gute Adresse.

2 Gedanken zu „Als die Franzosen begannen Pferde zu essen.“

  1. Ich glaube, Fleisch essen ist grundsätzlich Kopfsache. Ich kann auch kein Pferd essen, weil wir immer Pferde zuhause hatten, genau so geht es mir mit Kaninchen. Hätte ich eine Hauskuh gehabt, würde ich wahrscheinlich gänzlich auf Rindfleisch verzichten. Aus dem Grund essen wir ja auch keinen Hund und keine Katze, weil das unsere “Freunde” sind.
    Weites Feld…

    1. Was ich erstaunlich finde: Chinesen halten Hunde durchaus auch als Begleiter und essen sie trotzdem. Und jetzt müssten wir mal schau’n, wie man das mit der im Westen bei Achtsamkeitsfans so beliebten Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und deren Ernährungleitlinien unter einen Hund, ähem, Hut bekommt. 😉

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