Das Milchdesaster

Wir trinken sie jeden Tag. Im Kaffee. Pur. Als Shake. Sie ist unverzichtbare Basis zur Herstellung von Käse, Butter und Joghurt. Und jetzt steht sie mal wieder im Mittelpunkt einer Auseinandersetzung, die das Gefahrenpotential industrieller Lebensmittelproduktion deutlich macht. Dabei geht es nicht um steigende Preise für milchbasierte Grundnahrungsmittel, es geht um unsere Gesundheit. Wenn morgen die Milchbauern ihren Protest zum Ausdruck bringen, wenn sie vor den Milchwerken protestieren, sie blockieren, dann geht es nicht nur um Geld. Es geht um die Qualität eines Grundnahrungsmittels, die unter den aktuellen Rahmenbedingungen kaum mehr zu gewährleisten ist. Während im vergangenen Jahr noch von Literpreisen um 25 Cent gesprochen wurde, die Bauern zu Recht für kaum noch realisierbar hielten, geht es jetzt um Preise im Bereich von 18 Cent pro Liter, wie der kompottsurfer aus gut unterrichteten Kreisen erfahren konnte. 18 Cent. Damit wir Verbraucher beim Discounter für 49 Cent einen Liter Milch kaufen können. Und gleichwohl auf die Barrikaden gehen, falls sich irgendwann herausstellen sollte, dass mit dieser Milch etwas nicht stimmt. Dass sie möglicherweise mit Antibiotika belastet ist.
Wir Verbraucher müssen begreifen, dass uns Geiz-ist-geil-Mentalität – vor allem bei Nahrungsmitteln – nicht gut bekommt. Wenn morgen die Milchbauern protestieren sollten wir das zum Anlass nehmen über unser Konsumverhalten nachzudenken.