Hülsenfrüchte: Immer was zum Kochen auf Vorrat

Wer Tiefkühlpizzas für die beste Vorratslösung gegen Versorgungsengpässe hält, sollte den Blick mal auf getrocknete Hülsenfrüchte (Leguminosen) lenken. Sie nehmen kaum Platz weg, sparen Strom für die Eistruhe und sind so günstig wie gesund. Gerade in Herbst und Winter sind sie prima geeignet, wärmenden Suppen eine nahrhafte Basis zu liefern.
Nehmen wir nur mal getrrockenete Linsen. Ein Booster an Vitaminen der B-Gruppe. Dazu rekordverdächtige 837 mg Kalium pro 100 g und ein Eisenanteil, der mehr als doppelt so hoch liegt wie der von Spinat. Kombiniert man die Linse im Eintopf noch mit anderen Zutaten, wird das Gericht am Ende reicher an Mikronährstoffen sein als jeder dieser hippen Smoothies. Wer in dieser Richtung mal was ausprobieren will: Vor längerer Zeit hat der kompottsurfer mal dieses Rezept zum Thema Linsen vorgestellt.
Die Sojabohne dagegen ist was für alle, die eiweißreiche Nahrungsmittel bevorzugen, aber auf Milcheiweiß verzichten möchten. Sie enthält satte 41% Anteil Rohprotein (bezogen auf das Gesamtgewicht). Kichererbsen liegen mit ihrem Gehalt an Rohprotein, wie die meisten anderen Hülsenfrüchte, im Bereich von 20 bis 25 %. Auch noch recht üppig für ein pflanzliches Produkt. Sie enthalten darüber hinaus die essentiellen Aminosäuren Threonin und Lysin. Letztere auch bekannt aus der Werbung als Wirkungsbeschleuniger für Schmerzmittel.
Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer interessanter Hülsenfrüchte. Einige sind in unserer internationalisierten Kochlandschaft noch nicht so populär und bekannt wie die Mond- bzw. Limabohne, die in den Anden und in Mittelamerika Verwendung findet. Ähnliches gilt für die Urdbohne, die mit der Mungobohne botanisch verwandt ist und im südasiatischen Raum oft mit Reis kombiniert wird, um daraus Klöße oder Pfannkuchen herzustellen. Ich werde mich schon in Kürze mal an die Urdbohne heranwagen und schauen, was ich damit anstellen kann.
Heikel ist allerdings die Erdnuss, die – wie sich längst herumgesprochen haben dürfte – keine Nuss, sondern eine Hülsenfrucht ist. Zwar gibt es viele Lebensmittel, die mehr allergene Substanzen enthalten als die Erdnuss, allerdings sind diese nicht annähernd so thermisch stabil wie die der Erdnuss. Das heißt, Allergene, die anderswo durch Kochen entschärft werden können, sind in der Erdnuss auch durch Hitze nicht kleinzukriegen.
Also dann mal ran an die Hülsen.