Fastfood: Der Ruf ist schlechter als das Essen

Wenn es um Essen, genauer, um Ernährung geht, ist das Thema Selbstoptimierung nicht fern. Im Zusammenhang mit Fastfood eine heikle Gemengelage, denn kein anderes Essen hat einen ähnlich negativen Beigeschmack. Zumindest ernährungstheoretisch. In der Praxis schmeckt es, zumindest mir, oft richtig gut. Diese Erfahrung konnte ich in den letzten Wochen vermehrt machen. Wenn man viel unterwegs ist und wenig Zeit hat, lernt man Fastfood schätzen. Vor allem, wenn es gut ist. Erst kürzlich berichtete ich über die legendären Pommes an der See in Holland. Und gestern durfte ich einen sensationellen Hot Dog essen. Ausgerechnet Hot Dog. Ein Ding, um das ich meist einen großen Bogen mache. Milchbrötchen mit Bockwurst, getrockneten Zwiebeln und Fertigsauce. Grauenhaft. Nicht so der Big Apple Hot Dog, den ich gestern ausgerechnet bei Cool Cats in Chamonix essen konnte. Mit regional hergestellter Lammwurst, Blauschimmelkäse, in Whisky marinierten Apfelstückchen, Rucola und trefflich abgestimmter BBQ-Sauce. Das Einzige, was mir an Fastfood dieser Art missfällt: die Handhabung. Ruckzug sehe ich aus wie ein Dreijähriger, den man mit einer Portion Spaghetti Bolognese alleine lässt. Aber das hält mich auch nicht ab. Woanders kennt mich ja keiner.