World Cookbook Awards: Zwei Kochbücher aus dem Ruhrgebiet auf dem Weg zu internationalem Ruhm

Heiko Antoniewicz aus Dortmund und Patrick Jabs aus Essen haben Kochbücher vorgelegt, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Heiko, schon mehrfach mit diversen Auszeichnungen wie dem World Cookbook Award und Medaillen der Gastronomischen Akademie Deutschlands für seine bisherigen Veröffentlichungen bedacht, hat mit flavour // pairing – das spiel der aromen (79,90 €) mal wieder ein eindrucksvoll gestaltetes Werk für Profis am Start. Patrick Jabs dagegen, bekannt aus dem Kochalarm im WDR-Fernsehen, wendet sich, gemeinsam mit Bianca Killmann in Echt gut kochen – Jeder Mann kann kochen (lernen) (29,95 €), den Anfängern zu.
Die Zeit kurz vor dem Jahreswechsel ist für Kochbuchautoren nicht nur deshalb interessant, weil in diesen Wochen für gewöhnlich die meisten Exemplare ihrer Werke über die Ladentische gehen, sondern auch, weil die nationalen Ausscheidungen zu den World Cookbook Awards anstehen, die in unterschiedlichsten Kategorien vergeben werden: Entertaining, Blog, First Cookbook, Food Magazin, Design, Fotografie, diverse Landesküchen und viele andere. Im vergangenen Jahr sind darüber am Ende rund 320 Titel aus aller Welt ausgezeichnet worden, trotzdem blieben – und das ist angesichts tausender Kandidaten, die bei den nationalen Ausscheidungen erfolgreich waren schon interessant, die Kategorien Innovation und Design Pro vakant. Wenn nun am 19.-22. Mai  in Peking die besten Kochbücher der Welt ausgezeichnet werden, dann stehen den Juroren über alle Kategorien gesehen Veröffentlichungen aus nicht weniger als 187 Ländern zur Auswahl, die bei den jeweiligen nationalen Ausscheidungen vorne lagen.
Patrick und Bianca gehen bei den Best First Cookbooks ins Rennen, Heiko – und das macht die Sache besonders spannend – in der zuletzt vakanten Kategorie Innovation. Außerdem ist er noch für ein Best Book on Matching Food and Drink nominiert. Der kompottsurfer drückt den Dreien ganz fest die Daumen.

Das unterhaltsamste Kochlesebuch zum Fest: Madame ist willig, doch das Fleisch bleibt zäh

Die Journalistin Sigrid Neudecker (Die Zeit) hat ein Kochbuch geschrieben. Madame ist willig, doch das Fleisch bleibt zäh ist es betitelt, und aufmerksame Leser von kulinarischen Blogs wissen, dass Sigrid den kurzweiligen Kochblog Frau Neudecker lernt endlich kochen verantwortet. Wenn der kompottsurfer ein Kochbuch zu Weihnachten unbedingt empfehlen möchte, dann dieses. Schon der Untertitel lässt erahnen, womit es der Leser zu tun bekommt: “Wie ich in Paris kochen lernte, ohne jemanden umzubringen.”
Ich lernte Sigrid letztes Jahr bei Schweinsfuß und Bohnen im Le Bistrot de Paris an der Rue de Lille kennen. Schon damals war ich von ihrem Mut beeindruckt gewesen, als Österreicherin, die nach Paris gezogen ist, sich ausgerechnet in dieser Stadt als Kochanfängerin zu outen und Ehemann wie Gäste als Versuchskaninchen ihrer Kochversuche zu missbrauchen. Schön, dass sie nun all’ diese Geschichten über ihre Attentate zwischen zwei Buchdeckel gepackt hat und damit auch den lesehungrigen, von Weihnachtskochen und -essen ermatteten Genießer erheitern kann. Gerade noch selbst die Weihnachtsgans versemmelt, kann der Leser sich anschließend amüsiert darüber hermachen, wie Frau Neudecker mit patentierter Serienmäßigkeit Geflügel in strohtrockenes Gewerk verwandelt. Natürlich darf auch die köstliche Kommunikation mit dem Gourmetgatten nicht fehlen. Zum Beispiel die nach ihrem Einkauf auf dem Markt. Er: “Wieso hast du denn das gekauft?” Sie: “Das war beim Schinkenweltmeister im Angebot. Er hat gesagt, dass sei irgendwas mit Zwiebeln. Und superlecker. Aber ich gestehe, dass ich hauptsächlich oignons verstanden habe.” Er: “Er hat dir keine oignons verkauft, sondern rognons. Schweinenieren.” Es ist also auch ein Buch über das kulinarische (Ein-)leben in Paris, über die Tücken der Sprache und über Kochen und Essen als Gemeinschaftserlebnis.
Besonders gut gefällt mir Kapitel 18 Was ich bisher gelernt habe: 1. Lies das verdammte Rezept! …. 3. Stimmt, Milch kocht über …. 13. Es sollte nach Möglichkeit nichts anbrennen.
Für barmherzige 9,90 Euro (Piper Verlag) ist das Buch auf jeden Fall eine 1a Investition.

Immer wieder einen Besuch wert: Gernot Katzer’s Kräuter- und Gewürzseiten

Alles über Kräuter und Gewürze auf Katzer’s Gewürzseiten

Schon mal was von Färbersaflor gehört? Oder von Sassafras, Zitwer oder Silphion? Der kompottsurfer kannte diese Gewürze jedenfalls noch nicht, bevor er vor einigen Jahren erstmals Gernot Katzer’s Gewürzseiten aufsuchte. Kompetent und mit Liebe zum Detail gepflegt sind sie ein hilfreiches Kompendium für jeden Profi- und Hobbykoch. Vom verwendeten Pflanzenanteil, seinen Inhaltstoffen, seiner Herkunft und Etymologie bis zur Verwendung in der Küche verraten Katzer’s ständig erweiterte Gewürzporträts sogar über Standardkräuter wie Petersilie immer wieder Neues und Wissenswertes.
Jetzt, wo das Wetter den Herbst angekündigt und der Winter gefühlt auch bald da ist, steigt naturgemäß das Interesse an Gewürzen. Und der kompottsurfer wird in dieser Zeit mithilfe von Katzer’s Gewürzseiten einiges Neues ausprobieren.

Spanien gegen Italien: Wo kommen die besseren Tomaten her?

Natürlich lautet die Antwort: Kommt drauf an. Groß oder klein. Freiland oder Gewächshaus, Bio oder nicht Bio. Und von der Sorte wollen wir gar nicht erst anfangen.
Weil es bis zur Ernte heimischer Freilandtomaten noch ein Weilchen braucht, hat der kompottsurfer mal einen kleinen Vergleichstest initiiert. Beim Discounter LIDL wurde die Auswahl an preislich vergleichbaren Cocktailtomaten abgecheckt. Da Tomaten aus den Niederlanden ausnahmsweise nicht im Angebot waren, blieb nur der Vergleich zwischen spanischen und italienischen Tomaten. Schmecken die Dinger am Ende sogar gleich?
Eine Blindverkostung daheim brachte es dann an den Tag: Italien gewinnt. In der Süße nicht so penetrant wie die spanischen, dazu kommt eine angenehme Säure. Überhaupt wirkten die italienischen nicht so eindimensional wie die spanischen Tomaten. Der geschmackliche Eindruck war, um es salopp zu formulieren, einfach gemüsiger, komplexer und überhaupt nicht künstlich.
Was lernen wir daraus? Kommt drauf an …