Ein Granatapfelmassaker für den besten aller Zwecke: Gesundheit

Auf der nach oben offen Skala für Lebensmittel, denen eine besonders positive gesundheitliche Wirkung nachgesagt wird, erreicht der Granatapfel (Punica Granatum) Spitzenwerte. Kaum ein Frauen-, Gesundheits oder Ausdauersportmagazin, das ihn nicht als Heilsbringer anpreist. Eine Reihe von Studien legen tatsächlich die Vermutung nahe, dass der auch kulturgeschichtlich bedeutsame Granatapfel positive Wirkungen haben könnte im Einsatz gegen Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Da will es so gar nicht ins Bild passen, dass das gute Stück ausgerechnet bei den griechischen Göttern der Unterwelt so beliebt gewesen sein soll. Zugegeben, irgendwie passt es schon, weil nämlich bei der Bergung der blutroten Kerne ganz schnell ein solides Massaker angerichtet ist. Man gerät geradezu in einen Blutrausch, wenn man nicht aufpasst. So ergeht es mir jedenfalls, wenn ich mich nicht mit der Präzision eines Gefäßchirurgen ans Werk mache.
Ich schweife ab. Gesundheit also. Auf dieser Seite findet sich eine eindrucksvolle Liste, die alle Erkrankungen aufführt, denen der Granatapfel zu Leibe rücken kann. Auch wenn der hohe Anteil an Kalium, Vitamin C, Calcium und Eisen schon recht hoch erscheint – es ist wohl auf die Polyphenole zurückzuführen, dass der Granatapfel so wirkungsvoll ist. Deren Qualität soll die auch in anderen roten Beerenfrüchten enthaltenen Polyphenole bei weitem übersteigen. Nur herumgesprochen hat sich die heilsame Wirkung der Granatäpfel trotz vieler Medienbericht offenbar noch nicht, denn in jeden Supermarkt, wo ich einen dieser Wunderäpfel kaufe, liegt er wie Blei in den Regalen, und das Personal an der Kasse muss erst einmal im Handbuch nachschlagen, was sie kosten. Oder bei den Kollegen nachfragen, die es aber auch nicht wissen.
Meiner Informationspflicht- und schuldigkeit bin ich also nachgekommen. Sage niemand, er hätte es nicht gewusst. Ich jedenfalls adele mein morgendliches Müsli jetzt meistens mit einer üppigen Portion Granatapfelkernen. Und etwas hochprozentiger Bitterschokolade, die ebenfalls reich an Polyphenolen sein soll, aber das ist in diesem Fall zweitrangig. Da zählt mehr der geschmackliche Zusatznutzen.

Jan Fitschen: Deutschlands bester Marathonläufer als Müslimacher

Qualität vom Bauernhof: Das Läufermüsli

Er ist nicht nur ein sehr schneller Läufer und ein Pfundskerl sondern seit einer Weile auch ein Müslimacher: Jan Fitschen, der für den TV Wattenscheid 01 startende 36-jährige Europameister über 10.000 Meter aus 2006, hat in Zusammenarbeit mit dem Naturkostbetrieb Bauckhof und dem Institut für Sporternährung Bad Nauheim zwei Müslimischungen kreiert. Und die werden als Läufermüsli Start und Ziel vermarktet.

 Der kompottsurfer hat das Startmüsli am Samstagmorgen vor der Brocken Challenge gefrühstückt. Um 5 Uhr bei Außentemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt frühstücken ist ja schon sportlich genug, da braucht’s erst recht nahrhaftes Essen. Und das ist Jans Müsli in jedem Fall, mit Amaranth, Dinkel und Buchweizen, mit Trockenfrüchten und Nüssen. Schmecken tut’s auch. Nur schneller gemacht hat’s den kompottsurfer nicht, für den es bis Kilometer 50 recht ordentlich lief, aber dann schlugen Wadenkrämpfe gnadenlos zu. Aber das lag natürlich nicht am Frühstück, sondern an dem bis dahin angeschlagenen Tempo im Verhältnis zum desolaten Trainingszustand. Der Brockengipfel wurde dann aber doch noch erreicht – und das bei schönstem Schneesturmwetter.
Wie Jan zum Müslimachen gekommen ist, dazu wird er mir demnächst hoffentlich mehr verraten. An dieser Stelle kann ich ihm erst Mal nur wünschen, dass seine Verletzung bald überwunden ist, auf dass er wieder richtig angreifen kann.

Tomatenzeit: Alte Sorten sorgen für Abwechslung

Biodiversität heißt das Zauberwort für alle, die geschmacklich was erleben wollen. Und zu deren Glück pflegen immer mehr Bauern in Deutschland eine wachsende Sortenvielfalt und auch die Rekultivierung alter Sorten. Das fällt dem kompottsurfer ganz besonders beim Thema Tomaten auf, von denen es im Laufe der Jahrtausende weltweit mehrere Tausend gegeben haben soll.
Gestern gab’s auf dem Markt am Bochumer Hauptbahnhof wieder einige ungewöhnliche Sorten zu probieren und natürlich auch zu kaufen. Ich entschied mich für Black Plum, eine Tomate mit filigranen Geschmacksnoten, die an meinem Gaumen dezent süßlich und eher säure-arm wirkte. Einen wirklich schönen Überblick in Sachen Tomaten gibt’s übrigens hier und hier.

Die Auswirkungen von alkoholfreiem Weißbier auf die sportliche Leistungsfähigkeit

Weizenbier: Legales Doping für Ausdauersportler?

So lautet der Titel einer in diesem Jahr erscheinenden Diplomarbeit. Autorin ist keine geringere als die 24-jährige Ingalena Heuck (LG Stadtwerke München), aktuelle Deutsche Meisterin auf der Halbmarathonstrecke. Las der kompottsurfer gerade in der Printausgabe von Runner’s World. Und fragt sich, wie viele Liter Weißbier er wohl trinken müsste, um auch nur annähernd die 1:14:54 zu erreichen, die Heuck bei ihrem Sieg gelaufen ist. Nee Leute, da ist bei mir Hopfen und Malz vollkommen verloren. Nur einmal im Leben noch eine 1:29er Zeit auf Halbmarathon laufen – dafür würde ich notfalls schon ein paar Literchen alkfreies Weizenbier gluckern. Wenn’s denn wirklich helfen würde. Wovon Heuck allerdings überzeugt ist: “Ich hätte niemals gedacht, dass Bier derart positive Auswirkungen hat”, sagte die Studentin der Sportwissenschaften an der TU München dem Magazin Runner’s World zu ihren bisherigen Erkenntnissen.
In einer Studie (Most, J., Untersuchungen zur Rehydrierung mit Malzgetränken nach körperlicher Belastung, TU München/Weihenstephan 2009) las ich aber, dass trotz einer subjektiv positiv empfundenen Erfrischungswirkung bei starkem Flüssigkeitsbedarf der Konsum karbonisierter, malzbasierter Getränke unerwünschte Nebenwirkungen wie Flatulenz oder Diarrhoe haben kann. Braucht ja kein Mensch, sowas. Also viel hilft nicht unbedingt viel. Eine interessante Veröffentlichung zum Thema Bier als isotonischer Booster nach körperlicher Belastung ist übrigens auch bei Krahl, Dold und Becker vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München zu finden.
Wenn ich mir allerdings die Athletenliste von Erdinger Alkoholfrei so anschaue, und dort Namen wie Andreas Raelert (Vizeweltmeister Triathlon/Ironman) und Magdalena Neuner (Olympiasiegerin Biathlon) vorfinde, denke ich: Vielleicht hilft das Bier ja doch irgendwie.