Fastfood: Der Ruf ist schlechter als das Essen

Wenn es um Essen, genauer, um Ernährung geht, ist das Thema Selbstoptimierung nicht fern. Im Zusammenhang mit Fastfood eine heikle Gemengelage, denn kein anderes Essen hat einen ähnlich negativen Beigeschmack. Zumindest ernährungstheoretisch. In der Praxis schmeckt es, zumindest mir, oft richtig gut. Diese Erfahrung konnte ich in den letzten Wochen vermehrt machen. Wenn man viel unterwegs ist und wenig Zeit hat, lernt man Fastfood schätzen. Vor allem, wenn es gut ist. Erst kürzlich berichtete ich über die legendären Pommes an der See in Holland. Und gestern durfte ich einen sensationellen Hot Dog essen. Ausgerechnet Hot Dog. Ein Ding, um das ich meist einen großen Bogen mache. Milchbrötchen mit Bockwurst, getrockneten Zwiebeln und Fertigsauce. Grauenhaft. Nicht so der Big Apple Hot Dog, den ich gestern ausgerechnet bei Cool Cats in Chamonix essen konnte. Mit regional hergestellter Lammwurst, Blauschimmelkäse, in Whisky marinierten Apfelstückchen, Rucola und trefflich abgestimmter BBQ-Sauce. Das Einzige, was mir an Fastfood dieser Art missfällt: die Handhabung. Ruckzug sehe ich aus wie ein Dreijähriger, den man mit einer Portion Spaghetti Bolognese alleine lässt. Aber das hält mich auch nicht ab. Woanders kennt mich ja keiner.

Was der Kompottsurfer an München besonders mag

Das  Essen. Oder genauer: die Essmöglichkeiten abseits der bayerischen Landesküche. Auch wenn es im Ruhrgebiet durchaus einige  kulinarische Hotspots abseits der Spitzengastronomie gibt – sobald ich in München unterwegs bin, kommt mir meine Heimat wie eine  kulinarische Diaspora vor. Ganz besonders die asiatischen Lokale begeistern mich. Und vermutlich gibt es in der Stadt noch eindrucksvollere als die von mir hier genannten. Aber soll ja auch nicht mein letzter Besuch in München gewesen sein.
Da ist zum Beispiel der kleine vietnamesische Imbiss Ha Noi an der Schellingstraße 104. Zu den besonderen Köstlichkeiten des Hauses zählen die trefflich abgestimmten Nudelsuppen. Die zudem barmherzig kalkuliert sind.
Für Freunde koreanischer Küche ist Kims Restaurant eine Empfehlung. Wer das spartanische Ambiente auszublenden versteht und mit der Aufmerksamkeit beim Essen bleibt, wird seine Freude haben – nicht nur an Kimchi und gebratenem Wasserspinat sondern vor allem an den hauchdünn geschnittenen Fleischgerichten vom Tischgrill.
Und dann ist da noch Kushi-Tei of Tokio mit seinen betörenden Grillgerichten. Auch das Sushi verdient Aufmerksamkeit. Ich freu’ mich schon auf die nächste Reise nach München.

Gastronomie nach dem Hochwasser: Bad Schandau kämpft

Bei Mario ist die Hölle los. Sein Lokal, eine Mixtur aus Eiscafé und Pizzeria, hat das Hochwasser einigermaßen schadlos überstanden und versorgt Einheimische und Touristen mit Pasta, Pizza und Erdbeerbecher, während eine Straße weiter gerade ein Traditionslokal mit neuen Tischen und Stühlen ausgestattet wird. „94 Zentimeter hoch hat das Wasser bei uns gestanden,“ sagt der Wirt und muss schlucken, weil in ihm die schlimmen Erinnerungen wieder aufwallen. Touristen fragen, ob sie jetzt überhaupt Gäste im Ort gebrauchen können, wo noch nicht alle Instandssetzungarbeiten abgeschlossen sind. Natürlich können sie. Und wie! Der 3.000-Seelen-Kurort braucht jeden Cent für den Wiederaufbau, denn die Entschädigungszahlungen decken die Kosten nicht annähernd ab. Der kompottsurfer meint: Wer in der Nähe ist, sollte Bad Schandau unbedingt einen Besuch abstatten, die bereits geöffnete Gastronomie besuchen und bei nächster Gelegenheit auch ein paar Tage Urlaub machen. Sehenswürdigkeiten gibt es genug, und das nahe Elbsandsteingebirge bietet Naturfreunden ein spektakuläres Terrain.

Viel Bewegung im Gault Millau 2008 (II)

Während Klaus Erfort von 18 auf 19 Punkte hochgestuft wurde, musste Dieter Müller (Bergisch-Gladbach) eine Rückstufung von 19,5 auf 19 Punkte hinnehmen. Auf 18 Punkte rauf ging es für Fischers Fritz in Berlin, Silk in Frankfurt und Rüssels Landhaus in Naurath. Der von mir sehr geschätzte Frank Rosin (Dorsten) erhielt erstmals 17 Punkte und damit verbunden drei Kochmützen. Juan Amador, tapferer Statthalter der Molekularküche aus Langen wurde von 18 auf 17 Punkte gestutzt.